Ev.-Luth. St. Johanniskirchengemeinde Malchin
Ev.-Luth. St. Johanniskirchengemeinde Malchin

Wichtige Informationen



In der St. Johanniskirche können wir wieder Gottesdienste feiern.
Folgende Auflagen sind dabei zwingend zu beachten:

- Maximal 60 Personen dürfen am Gottesdienst teilnehmen.
- Ein Mindestabstand von 1,5 Metern ist einzuhalten. Das gilt nicht für Menschen, die zusammen in häuslicher Gemeinschaft leben.
- Das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung wird dringend empfohlen. (Tücher und Schals sind ebenfalls zulässig.)
- Die auf den Sitzflächen markierten Plätze sind zu nutzen. (Auf „Stammplätze“ muss verzichtet werden.)
- Es ist eine Teilnehmerliste zu führen, die die Namen, Anschriften und Telefonnummern aller Teilnehmer enthält. Die Datenschutzrichtlinien dazu liegen aus. Für das Eintragen in die Liste planen Sie bitte vor dem Gottesdienst etwas Zeit ein.

Bitte folgen Sie den Anweisungen der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter unserer Kirchengemeinde. Bei Fragen helfen sie gerne weiter.

Manche dieser Auflagen sind sicher beschwerlich und schmerzlich. Sicherlich fällt es uns allen aber leichter, mit der Aussicht auf Erleichterungen zu leben, als ggf. neuerliche Einschränkungen hinzunehmen.


Wichtige Informationen finden Sie auch auf den Seiten unseres Kirchenkreises, der Landeskirche und des Landkreises:

http://www.kirche-mv.de/Corona.corona.0.html

https://www.nordkirche.de/

https://www.lk-mecklenburgische-seenplatte.de

Bleiben Sie behütet und Gott befohlen,
Ihr Pastor Markus Hasenpusch]



„Meine Zeit steht in deinen Händen.“ Psalm 31,16


Seit Beginn des Jahres liegt eine Postkarte auf meinem Schrank. Jeden Morgen, wenn ich ins Amtszimmer gehe, sehe ich sie und lese, was in großen weißen Buchstaben auf rosafarbenem Untergrund steht: „2020 wird toll“.

Jetzt, Mitte Mai, ist es schon fast ein halbes Jahr, dass ich diesen kurzen Satz jeden Morgen sehe und lese. Und in diesen fünfeinhalb Monaten habe ich ihn schon ganz unterschiedlich gelesen und ausgesprochen. Manchmal, vor allem am Anfang des Jahres, dachte ich: „Ja, das wird es!“. Und ich ließ die vielen geplanten Termine und Veranstaltungen vor meinem inneren Auge durchlaufen. Vom Ostergottesdienst mit Taufe über das für den 19. April geplante Karussellkonzert bis zum Gemeindefest und manchen Konzerten in der Kirche, die schon geplant waren. Von Ferien und Urlaubsplanungen über Familienfeiern bis zu manchem Besuch, auf den ich mich schon freute.

Und dann vergingen die ersten Wochen und Monate dieses Jahres. Es kamen zwei Einbrüche ins Pfarrhaus. „2020 wird toll“ - Sarkasmus begann, sich breitzumachen.
Und so ging es weiter: Mit der Verbreitung des Coronavirus und den Beschränkungen, die uns zu seiner Bekämpfung auferlegt wurden, war nichts wie bisher und alle Pläne obsolet.
Veranstaltungen in unserer Gemeinde – nicht möglich. Gottesdienste – untersagt. Unsere regelmäßigen Treffen der Kinder und Jugendlichen, die Gemeindenachmittage – können nicht sein. Gottesdienste und Besuche in Senioren- und Pflegeheimen – geht nicht.

Um mich herum überall Sorge, Verunsicherung und Existenzangst.
Arbeitnehmer in Kurzarbeit, d.h. deutlich weniger Geld bei gleichbleibenden Ausgaben. Die Kinder können nicht mehr in die Schule, den Kindergarten, den Hort gehen. Wer dann nicht in einem systemrelevanten Beruf arbeitet – manchen hat es vielleicht überrascht, nicht systemrelevant zu sein -, der hat auch keinen Anspruch auf Notbetreuung. Also sind die Kinder den ganzen Tag zu Hause. Eltern müssen plötzlich auch Lehrer sein. Jeden Tag muss plötzlich gekocht werden und spielen wollen die Kinder auch noch. Daneben soll die Arbeit im Homeoffice erledigt werden. Telefonate und Videokonferenzen und im Hintergrund streiten sich die Kleinen oder brauchen gerade ganz dringende Hilfe beim Legobauen.

„2020 wird toll“ – natürlich… Ha, ha. Dass ich nicht lache! Das geht mir immer wieder durch den Kopf, wenn ich an der Karte vorbeigehe, und daran denke, welche Folgen die Pandemie und die Beschränkungen unseres Lebens in so vielen Bereichen haben: die wirtschaftlichen Nöte durch fehlende Gäste in Tourismus und Gastronomie, durch ausfallende Konzerte und Theateraufführungen in der Kultur. Einbrechender Absatz im produzierenden Gewerbe. Das Aus für manches kleine Geschäft nach Wochen der Zwangsschließung.

Und ich denke an die Menschen, die in verantwortlicher Position die Entscheidungen treffen mussten, die zu den Einschränkungen unseres gewohnten Lebens und unserer Freiheiten und Rechte führten. Immer wieder höre ich, das sei doch alles Quatsch und total übertrieben gewesen und jetzt reiche es auch. Das sagt sich hinterher aber immer leicht, wenn man ja bekanntlich schlauer ist. Und ich bin froh, solches nicht entscheiden zu müssen. „2020 wird toll…“

Jetzt ist das Jahr fast halb vergangen. Was wir im Zusammenhang mit der Coronapandemie erlebt haben und noch erleben, ist bestimmt nicht alles „toll“. Aber Stück für Stück treten Lockerungen in Kraft und kehrt so etwas wie Normalität zurück.
Das lässt mich hoffen. Manche erzählen auch, dass sie dieser Zeit Gutes abgewinnen konnten. Dass sie z.B. mehr Zeit hatten mit ihren Kindern und das auch genießen konnten. Dass sie über das Telefon Kontakte zu Menschen wieder aufgenommen haben, die sie aus den Augen verloren hatten. Dass sie manches, das ihnen vorher selbstverständlich war, durch die Einschränkungen wieder schätzen gelernt haben.  

Wenn wir mit dem Beter des 31. Psalms darauf vertrauen, dass unsere Zeit in Gottes Händen steht, dann gilt das auch für solche Zeiten wie das bisherige Jahr 2020.
Denn Gott ist in diesen Tagen nicht etwa weit weg und fern von uns, sondern ganz nah. Auch diese Tage und wir mit ihnen stehen in Gottes Hand. Das gilt ebenso für die Tage, Wochen und Monate, die vor uns liegen. Sie alle stehen in Gottes Hand.
Und darum wird 2020 vielleicht nicht mehr „toll“, aber als ein Jahr in Gottes Hand kann es noch immer gut werden.

Ihr Pastor Markus Hasenpusch