Ev.-Luth. St. Johanniskirchengemeinde Malchin
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„Dieser Weg wird kein leichter sein…“


„… dieser Weg wird steinig und schwer.“ So heißt es in dem gleichnamigen Lied des  Musikers Xavier Naidoo.
Das Wort für den Sonntag Estomihi, den Sonntag vor der Passionszeit, aus dem Lukasevangelium im 18. Kapitel, heißt: „Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.“
Was Naidoo über den bevorstehenden Weg singt, das trifft auf den Weg Jesu und seiner Freunde nach Jerusalem genauso zu. Ein harter, steiniger, schwerer Weg ist es. Und Jesus weiß das. Und er sagt es seinen Jüngern ganz klar und deutlich: dass er verhaftet, verspottet, gegeißelt und getötet werden wird. Und dass er am dritten Tag auferstehen wird. Doch sie verstehen nicht: „Sie aber verstanden nichts davon, und der Sinn der Rede war ihnen verborgen, und sie begriffen nicht, was damit gesagt war.“ (Lk 18,34)
Ich kann mir vorstellen, dass es für Jesus seinen Weg noch schwerer gemacht hat, dass seine engsten Vertrauten ihn nicht verstanden. Dass er mit seinem Wissen allein war, der Kenntnis darüber, welchen Weg er gehen musste, wohin das alles führen würde.

In Xavier Naidoos Lied heißt es weiter: „Manche treten dich, manche lieben dich, manche geben sich für dich auf. Manche segnen dich…“. Auch das erlebt Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem: den Jubel beim Einzug. „Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn“, den Verrat durch Judas, die Verleugnung durch Petrus, den Ruf nach seiner Hinrichtung „Kreuzige, kreuzige ihn!“.  

Das ist ein schwerer Weg. Er ist steinig und schwer. Aber es ist ein Weg, der gegangen werden muss. Und Jesu Jünger gehen mit.
Obwohl oder weil sie nicht verstehen? Ich glaube, das spielt keine Rolle. Das Entscheidende ist, dass sie mit Jesus mitgehen, bei ihm sind und bleiben. So gut sie es eben können.

Vielleicht kann das unsere Aufgabe sein in dieser Passionszeit, in deren Mitte wir uns jetzt befinden: Mitgehen mit denen, die zu ihrem Jerusalem gehen müssen. Die Wege beschreiten müssen, die keine leichten sind: zu einer Untersuchung, einem Krankenhausaufenthalt, einem klärenden Gespräch, zu jemandem, bei dem sie um Verzeihung bitten wollen, einen Fehler eingestehen. Das sind auch Wege, sie schwer und steinig sind, aber gegangen werden müssen. Lassen wir diese Menschen nicht allein gehen.
Wir gehen auch nicht allein. Jesus geht mit. Am Ende seines steinigen Weges wartet nicht das Grab, sondern Ostern. Mit unseren Wegen ist es genauso.

So wünsche ich Ihnen eine gesegnete Passionszeit und dass es auch für Sie dann Ostern wird,
Ihr Pastor Markus Hasenpusch