Ev.-Luth. St. Johanniskirchengemeinde Malchin
Ev.-Luth. St. Johanniskirchengemeinde Malchin

„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ Mk 9,24


Die Jahreslosung für 2020 steht im Zusammenhang einer Heilungsgeschichte im Markusevangelium.

Eben war Jesus mit seinen Jüngern Petrus, Jakobus und Johannes auf einem Berg.
Als sie alle vier von dort herabkommen, ist eine große Menge zusammengekommen bei den Jüngern, die hier gewartet hatten. Und es gibt Streit.

Als Jesus sich nach dem Grund für die Auseinandersetzung erkundigt, antwortet ihm einer, dass er seinen Sohn gebracht habe, der einen sprachlosen Geist hat, der ihn hin und her reißt. Er wollte, dass Jesu Jünger ihm helfen, ihn heilen, aber sie können es nicht.

Jesus lässt ihn zu sich bringen und genau berichten, was dem Jungen geschieht. Und dann bittet der Vater ihn: „Wenn du aber etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns!“
Darauf erwidert Jesus: „Du sagst: Wenn du kannst! Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.“
Und der Vater schreit seine Verzweiflung heraus: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“

„Ich glaube doch, wäre ich sonst zu dir gekommen? Was soll ich tun? Was erwartest Du von mir?“ – können wir aus diesen Worten heraushören. „Ich glaube doch, aber jetzt komme ich an meine Glaubensgrenze! Mein Glaube wankt – hilf mir!“

Der verzweifelte Schrei des Vaters ist ein Schritt im Vertrauen auf Jesus. Und er zeigt die Grundspannung, in der wir leben: zwischen Glaube und Unglaube.
Es ist eine Spannung, die dazugehört, weil Glaube nichts ist, was ich habe, besitze oder kann.

Er ist etwas, das mir geschenkt wird, um das ich bitten - ja, wie der Vater flehen - kann und darf.
Glauben und Vertrauen – sie können wachsen und sie können abnehmen. Und ich kann sie wagen, immer wieder neu. Und ich kann erfahren, dass sie mir geschenkt werden, dass sie nicht enttäuscht werden. So wie der Vater, dessen Bitten und Flehen erhört werden, dessen Sohn geheilt wird.

Ich glaube, dass viele von uns diese Erfahrung gemacht haben. Nicht immer, aber immer wieder. Und ich glaube, dass diese Erfahrungen unseren Glauben und unser Vertrauen stärken können, auch in dem vor uns liegenden neuen Jahr. „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“

Ihr Pastor Markus Hasenpusch