Ev.-Luth. St. Johanniskirchengemeinde Malchin
Ev.-Luth. St. Johanniskirchengemeinde Malchin

„Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat…“

(Psalm 103, 2)

Vergiss nicht! Was werde ich von diesem Sommer alles vergessen, was wird bleiben?
Vielleicht manche Meldungen aus den Nachrichten: Hitzerekorde, so dass keiner mehr nach einer Heizung für das Malchiner Freibad fragt. Und schon muss ich wirklich angestrengt nachdenken, was noch in der Welt passiert ist in den letzten drei Monaten. Da habe ich schon viel vergessen.

Anderes – vor allem aus dem Urlaub - ist noch ganz präsent: malerische Fachwerkaltstädte im Harz, die totale Dunkelheit, als in der Barbarossahöhle das Licht ausging, und ich vielleicht zum ersten Mal in meinem Leben wirklich nichts mehr sah. Die Mischung aus Genuss und Gruseln bei der Fahrt mit der Kabinenseilbahn auf den Hexentanzplatz in großer Höhe und mit leichtem Wind. Stille Abende, ganz ruhig, mit einem Buch.
Fröhliche Gesichter, freundliche Menschen, gute Tage.
Vielleicht haben Sie Ähnliches erlebt. Und vielleicht sind es ganz andere schöne Momente, die Ihnen jetzt einfallen: Eine besonders schöne Blume im Garten, ein Sonnenuntergang, ein Abend mit einem guten Freund auf dem Balkon, die Kinder, die am Brunnen der Lebensfreude im Wasser toben, die erfrischende Kühle in einer Kirche oder noch ganz anderes.

Anderes gab es auch. Natürlich. So ein Sommer ist nicht an jedem Tag nur froh und ausgelassen. Die Hitze war manchmal nicht auszuhalten. Ärger, Stress und Missverständnisse sind nicht plötzlich abgetaucht, nur weil der Kalender und bestenfalls auch das Wetter zeigen, dass es Sommer ist.

„Vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ Das will ich versuchen: das Gute nicht vergessen. Zu meiner Verwunderung und Freude stelle ich fest, dass ich schon genau nachdenken oder mich von anderen erinnern lassen muss an das, was nicht so schön war.
Das andere, das Gelungene und Gute will ich bewahren und mir merken.
Ich will es mitnehmen als Proviant für die kürzeren und dunkleren Tage, die vor uns liegen. Ich will versuchen, etwas Sonnenlicht aus dem Sommer und etwas von der Freude so mancher Momente mitzunehmen in den Herbst und den Winter.

Und dabei will ich nicht vergessen, dafür zu danken. Denn all das Gute, das mir widerfährt, ist nicht selbstverständlich, sondern Geschenk und Grund genug, Gott zu danken. Manchmal auch für das Vergessen. Aber nicht das Gute.

So wünsche ich Ihnen, dass auch Sie etwas Licht und Freude aus diesem Sommer und seinen schönen Momenten mitnehmen können in die Zeit, die vor uns liegt.

Ihr Pastor Markus Hasenpusch